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Sarajevo / Bosnien-Herzegowina

Kanton Sarajevo setzt auf duale Bildung nach deutschem Vorbild

Der Kanton Sarajevo treibt die Reform der beruflichen Bildung weiter voran und orientiert sich dabei am deutschen Modell der dualen Ausbildung. Bildungsministerin Naida Hota-Muminović (NiP – Volk und Gerechtigkeit) und Wirtschaftsminister Zlatko Mijatović (NiP) besuchten, gemeinsam mit weiteren Vertreter*innen des Kantons, Berlin, um sich über erfolgreiche Konzepte der beruflichen und technischen Ausbildung zu informieren. Im Mittelpunkt der Studienreise standen die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Unternehmen und Wirtschaftskammern sowie die Anpassung von Ausbildungsinhalten an die Anforderungen des Arbeitsmarktes. Die Delegation besuchte unter anderem Bildungseinrichtungen, die Berliner Industrie- und Handelskammer sowie Unternehmen, die praktische Ausbildungsmodelle anwenden. Nach Angaben der Bildungsministerin bestätigt die Reise den eingeschlagenen Reformkurs im Kanton Sarajevo. Flexible Ausbildungswege und eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Wirtschaft seien entscheidend, um die Beschäftigungschancen junger Menschen zu verbessern. Wirtschaftsminister Mijatović betonte, dass wirtschaftliche Entwicklung und Bildungspolitik eng miteinander verbunden seien. Der derzeit vorbereitete Gesetzesentwurf zur dualen Ausbildung im Kanton Sarajevo soll Unternehmen stärker in die Ausbildung einbinden und Anreize für die Beteiligung am dualen Bildungssystem schaffen.

Sarajevo / Bosnien-Herzegowina

Debatte um Verwaltungsreform in Sarajevo

Sarajevo ist die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, das politische, kulturelle und historische Zentrum des Landes. Die tatsächliche Verwaltungskapazität entspricht jedoch nicht dieser Rolle. Stattdessen werden zentrale Funktionen wie städtische Infrastruktur, Verkehr und Wasserversorgung von kantonalen Ministerien und den vier Stadtbezirken Stari Grad, Centar, Novo Sarajevo und Novi Grad kontrolliert. Politikwissenschaftler*innen und Akademiker*innen fordern nun eine Reform, um die sechs Bezirke (vier Stadt- und die zwei Kantonsbezirke Vogošća, Ilidža) zu einer einheitlichen Stadt Sarajevo zusammenzuführen und der Stadt direkte demokratische Legitimität zu verleihen. Der*Die Bürgermeister*in wird derzeit nicht direkt von den Bürger*innen gewählt, sondern von den Delegierten der Stadtbezirke. Akademiker*innen betonen, dass Sarajevo nur mit eigenen Zuständigkeiten eine funktionierende Metropole sein könne. Vergleichsmodelle aus Zagreb, Wien und Ljubljana zeigen, dass Hauptstädte volle administrative Rechte brauchen, um städtische Dienste effektiv zu steuern. Empirische Studien unter Stadtvertretungen ergeben über 90 Prozent Zustimmung zur Erweiterung der Stadtbefugnisse und zur direkten Bürgermeister*innenwahl. Neue Zuständigkeiten sollen Stadtplanung, Verkehr, Kultur, Energieversorgung und Umweltschutz umfassen. Die Reform erfordert politische Einigkeit, gesetzliche Anpassungen und koordinierte Zusammenarbeit von Stadt, Kanton und Föderation. Ohne strukturelle Änderungen würde Sarajevo finanziell und administrativ eingeschränkt bleiben – zum Nachteil der Lebensqualität und des Entwicklungspotenzials der Hauptstadt.