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Zagreb / Kroatien

Kroatisches Robotaxi-Projekt auf dem Prüfstand

Bis zum 31. August 2026 sollte das vom kroatischen Unternehmer Mate Rimac initiierte Projekt selbstfahrende Taxis der Autonomiestufe 5 liefern. Wovor Skeptiker*innen seit Beginn gewarnt hatten, scheint sich nun zu bestätigen: Eine marktreife Flotte vollständig autonomer Fahrzeuge ist nicht absehbar. Für das Projekt waren ursprünglich 179,5 Millionen Euro an EU-Mitteln vorgesehen, bislang wurden 89,7 Millionen Euro aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan ausgezahlt. Nun muss das zur Rimac-Gruppe gehörende Unternehmen Verne innerhalb von 30 Tagen einen finalen Prüfungsbericht über Aktivitäten, Kosten und erzielte Ergebnisse vorlegen. Auf dieser Grundlage soll entschieden werden, welche Ausgaben akzeptiert werden und ob Mittel zurückzuzahlen sind. Nach tagelanger Funkstille meldete sich Verne am 1. September 2026 zu Wort und erklärte, ein Teil der Ziele sei bereits geprüft worden, darunter Prototypen, Tests und regulatorische Voraussetzungen. Entscheidend bleiben jedoch jene Punkte, die den ursprünglichen Anspruch des Projekts ausmachen: vollständig autonome Fahrzeuge der Stufe 5, spezialisierte Infrastruktur und Angebote für Menschen mit Behinderungen. Genau hier liegt der politische Kern des Falls. Das Vorhaben galt lange als Prestigeprojekt, sichtbar unterstützt durch Besuche von Premierminister Andrej Plenković (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sollte die Evaluierung größere Lücken feststellen, geht es daher nicht nur um die Rückzahlung von Fördermitteln, sondern auch um die Frage, wie realistisch das Projekt von Beginn an bewertet wurde. Das Robotaxi-Projekt könnte sich damit als politischer Bumerang erweisen – sowohl auf nationaler Ebene als auch innerhalb der EU.

Zagreb / Kroatien

Neue Rolltreppen am Zagreber Hauptbahnhof mutwillig lahmgelegt

Nach rund zwei Jahren Wartezeit gingen die neuen Rolltreppen bei der Unterführung am Zagreber Hauptbahnhof am 28. August 2026 wieder in Betrieb. Die Anlage verbindet den König-Tomislav-Platz mit der Unterführung, dem Einkaufszentrum Importanne und dem Busterminal des Zagreber öffentlichen Verkehrsunternehmen ZET. Sie gehören zu den meistgenutzten Rolltreppen der Stadt. In den vergangenen Tagen kam es jedoch erneut zu Unterbrechungen. Laut der Stadt Zagreb sind diesmal keine technischen Defekte die Ursache. Unbekannte betätigen wiederholt die Sicherheitsschalter, wodurch die Rolltreppen abgeschaltet werden und nur von autorisiertem Personal wieder gestartet werden können. Die Stadt weist darauf hin, dass ein mutwilliges Betätigen des Not-Aus-Schalters auch als Ordnungswidrigkeit geahndet werden kann. Die neuen Rolltreppen waren nach einer langjährigen Vorgeschichte angeschafft worden. Ein Vergabeverfahren mit einem geschätzten Wert von 650.000 Euro wurde Ende 2025 ausgeschrieben. Nach einem Einspruch erhielt schließlich MIG Zagreb den Auftrag für 804.125 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die in der Volksrepublik China produzierten Rolltreppen trafen wegen der Störungen im internationalen Schiffsverkehr erst Anfang Juni in Zagreb ein und wurden Ende August freigegeben. Damit schien die jahrelange Saga zunächst beendet – zumindest solange niemand den Sicherheitsschalter drückt.

Zagreb / Kroatien

Citybike-Systeme von Zagreb und Budapest im Vergleich

Ein Reporter der Tageszeitung Jutarnji list hat bei einer kürzlichen Reise nach Budapest das dortige Citybike MOL Bubi intensiv genutzt und mit dem Zagreber Dienst Bajs verglichen. Während die Stadt Zagreb ihren städtischen Fahrradverleih erst 2025 eingeführt hat, betreibt die Stadt Budapest ihr Citybike-System bereits seit 2014 – 2021 wurde es dann modernisiert. Die Fahrräder selbst unterscheiden sich kaum, beide Städte setzen auf robuste Räder für den intensiven täglichen Gebrauch. Jedoch ist Budapest deutlich dichter organisiert: MOL Bubi verfügt über rund 205 Stationen, 2.500 klassische Fahrräder und 800 E-Bikes – also etwa 3.300 Räder. Zagreb kommt derzeit auf rund 180 Stationen und 2.000 Fahrräder, während weitere Stationen und zusätzliche 1.000 Räder in Planung sind. Auch die Radinfrastruktur sei laut dem Vergleich in Budapest sichtbarer und besser in den Stadtraum integriert. Während Zagreb laut Artikel rund 300 Kilometer Hauptradnetz hat, verfügt Budapest über etwa 390 Kilometer. Ein wichtiger Unterschied liegt im Umgang mit Mikromobilität. Budapest ordnet Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter stärker über definierte Abstellpunkte und versteht MOL Bubi als Teil eines größeren Mobilitätssystems. In Zagreb ist Bajs zwar stationsbasiert und dadurch geordneter als Free-Floating-Systeme, doch Fahrräder und Scooter geraten im Zentrum noch häufiger in Konflikt mit Fußgänger*innenzonen und Gehsteigen. Jedoch ist Zagreb preislich klar günstiger. Bajs kostet 0,50 Euro für 30 Minuten, Monats- und Jahreskarten liegen bei fünf beziehungsweise 30 Euro. Budapest ist hier teurer und tariflich komplexer, bietet dafür aber ein dichteres Netz und mehr Anbieter*innen, womit es insgesamt als das reifere System betrachtet werden könnte.