Deutlicher Anstieg irregulärer Grenzübertritte in Kroatien
Mit dem Inkrafttreten des EU-Migrations- und Asylpakts rückt Kroatien stärker in den Fokus der europäischen Migrationspolitik. Nach Angaben des Innenministeriums versuchten in den ersten vier Monaten 2026 mehr als 10.000 Menschen, die kroatische Grenze irregulär zu überqueren. Das entspricht einem Anstieg von 55,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Ursache gelten verstärkte Bewegungen entlang der östlichen Mittelmeer- und der Westbalkanroute. Expert*innen vermuten, dass zahlreiche Migrant*innen versuchen, vor dem Inkrafttreten des Paktes die Europäischen Union (EU) zu erreichen. Kroatien zählt damit zu den fünf EU-Mitgliedsstaaten, die offiziell unter besonderem Migrationsdruck stehen. Dieser Status eröffnet Zugang zum europäischen Solidaritätsmechanismus, über den finanzielle Hilfe, Personal oder die Übernahme von Asylsuchenden bereitgestellt werden können. Der neue Pakt sieht zugleich schnellere Grenzverfahren, Sicherheits- und Gesundheitskontrollen sowie beschleunigte Asyl- oder Rückführungsverfahren vor. In Kroatien sollen Registrierungen künftig in eigens eingerichteten Zentren erfolgen. Das größte befindet sich in der Gespanschaft Karlovac.



