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Zagreb / Kroatien

Justizminister kündigt Verschärfung des kroatischen Strafrechts an

Die kroatische Regierung plant eine weitreichende Verschärfung des Strafrechts. Justizminister Damir Habijan (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft) kündigte die Einführung einer lebenslangen Freiheitsstrafe für besonders schwere Delikte an, die derzeit mit Haftstrafen von 21 bis 40 Jahren geahndet werden. Eine bedingte Entlassung soll künftig frühestens nach 25 Jahren möglich sein. Zugleich ist vorgesehen, dass weder Strafverfolgung noch Strafvollstreckung verjähren. Die neuen Regelungen könnten auch auf junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 21 Jahren angewendet werden. Darüber hinaus plant die Regierung ein neues Modell für Straftäter*innen, die ihre Haftstrafe vollständig verbüßt haben, aber weiterhin als gefährlich gelten. Sie könnten auf gerichtliche Anordnung in einer besonderen Einrichtung untergebracht werden, die weder als klassisches Gefängnis noch als psychiatrische Klinik konzipiert ist. Vorgesehen sind hierbei eine individuelle Betreuung, hohe Sicherheitsstandards und regelmäßige Überprüfungen der Gefährlichkeit. Die Unterbringung soll so lange andauern, wie ein entsprechendes Risiko besteht. Nach Angaben der Regierung orientiert sich das Modell an Deutschland und soll bis Anfang 2027 umgesetzt werden. Auslöser der Reform war die Tötung eines 19-Jährigen in Südkroatien, für die ein bereits wegen Mordes verurteilter Mann verdächtigt wird. Der Fall hat eine breite Debatte über den Umgang mit weiterhin gefährlichen Straftäter*innen nach ihrer Haftentlassung ausgelöst.

Zagreb / Kroatien

Deutlicher Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt in Zagreb

Ein neuer Aktionsplan der Stadt Zagreb zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Die Zahl der Straftaten wegen häuslicher Gewalt ist im Zuständigkeitsbereich der Zagreber Polizei zwischen 2021 und 2025 um 72 Prozent gestiegen. Gleichzeitig kehrt jede fünfte Frau nach dem Aufenthalt in einem Frauenhaus wieder zu ihrem gewalttätigen Partner zurück. Während die Zahl der als Verwaltungsübertretungen erfassten Fälle zurückgeht, nimmt die Zahl schwerwiegender Straftaten deutlich zu. Frauen machen rund 70 Prozent der Betroffenen aus, bei den über 65-Jährigen sogar 74 Prozent. Auch die Zahl der Sexualdelikte und Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zagreb verfügt derzeit über drei Frauenhäuser, fünf Beratungsstellen sowie spezielle Unterstützungsangebote für Opfer sexueller Gewalt. Dennoch zeigt der Bericht, dass der Weg in ein selbstständiges Leben für viele Betroffene schwierig bleibt. Besonders fehlender Wohnraum, finanzielle Abhängigkeit, lange Gerichtsverfahren, Probleme bei der Kinderbetreuung und die Suche nach Arbeit erschweren einen dauerhaften Ausstieg aus gewaltbelasteten Beziehungen. Die Stadt plant daher bis 2030 den Ausbau von Wohn- und Unterstützungsangeboten für Betroffene. Der Bericht macht jedoch deutlich, dass Schutzunterkünfte allein nicht ausreichen. Für viele Frauen beginnt die größte Herausforderung erst nach dem Verlassen des Frauenhauses.

Zagreb / Kroatien

Sitz im Eurocities-Exekutivausschuss wichtiger Erfolg für Zagreb

Nach 25 Jahren Mitgliedschaft wurde die Stadt Zagreb erstmals in den Exekutivausschuss des europäischen Städtenetzwerks Eurocities gewählt. Eurocities gehören mehr als 220 europäische Städte an. Die Partizipation im Exekutivausschuss ermöglicht Zagreb, an Entscheidungen über die strategische Ausrichtung, Prioritäten und Aktivitäten des Netzwerks mitzuwirken sowie die Interessen aller europäischen Städte gegenüber den EU-Institutionen zu vertreten. Zu den Prioritäten Zagrebs gehören eine stärkere Einbindung der Städte in die Entscheidungsprozesse auf EU-Ebene, die Erweiterung des Netzwerks sowie die Entwicklung urbaner Strategien für leistbaren Wohnraum. Die Wahlergebnisse wurden auf der Jahreskonferenz der Mitgliedsstädte des Netzwerks in Utrecht bekannt gegeben, an der in der vergangenen Woche auch Zagrebs Bürgermeister Tomislav Tomašević (M – Wir können's!) teilnahm. Dort unterzeichnete er zudem den Beitritt Zagrebs zur Eurocities-Initiative für nachhaltige Kultur "Call to Action on Sustainable Culture". Damit unterstrich die Stadt Zagreb ihr Bestreben, die Kultur nachhaltig, klimabewusst und inklusiv weiterzuentwickeln und zugleich allen Bürger*innen einen möglichst niederschwelligen Zugang zu kulturellen Angeboten zu sichern. Zudem wird sich die Stadt am Austausch von Wissen und bewährten Praktiken mit anderen europäischen Städten beteiligen.

Zagreb / Kroatien

Bau eines großen Islamzentrums in Zagreb geplant

In dem Jahr, in dem sich die offizielle Anerkennung des Islam in Kroatien zum 110. Mal jährt, hat die Islamische Gemeinschaft eines ihrer größten Projekte ins Leben gerufen – den Bau einer Bildungs- und Erziehungseinrichtung in der Nähe des Islamischen Zentrums Zagreb. Die neue Einrichtung wird ein islamisches Gymnasium, ein Schüler*innenwohnheim, ein Institut für arabische Sprache und Islamkunde sowie zahlreiche Sport- und Bildungsräumlichkeiten umfassen. Einer der Hauptgründe für den Start dieses Projekts ist der Wunsch, die Kapazität des islamischen Gymnasiums Dr. Ahmed Smajlović auf 200 Schüler*innen zu erhöhen, was unter den derzeitigen Bedingungen nicht möglich ist. Die Schule wird weiterhin allen interessierten Schüler*innen offenstehen, ebenso wie das Institut für arabische Sprache, dessen Teilnehmer*innen bereits viele Nichtmuslime sind. Die Einrichtung wird auf einem 9.000 Quadratmeter großen Grundstück errichtet, das im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung von der Stadt Zagreb erworben wurde. Der Baubeginn wird im Laufe des kommenden Jahres erwartet. Der Gesamtwert dieser Investition ist derzeit nicht bekannt. Gläubige sind eingeladen, sich mit Spenden in Höhe von 250 oder 1.000 Euro zu beteiligen und dadurch den Status eines*einer Förderers*Förderin zu erhalten. Offen ist die Frage, ob die Republik Kroatien und die Stadt Zagreb dieses Projekt finanziell unterstützen werden.

Zagreb / Kroatien

Wasserinfrastruktur-Ausbau in Zagreb in der Warteschleife

Das als größtes Infrastrukturprojekt in der Geschichte Zagrebs angekündigte "Projekt Zagreb" kommt langsamer voran als ursprünglich geplant. Obwohl die Bauarbeiten laut Ankündigungen bereits 2025 starten sollten, stehen zentrale Voraussetzungen weiterhin aus. Insbesondere die Bestätigung der EU-Kofinanzierung liegt noch nicht vor. Das Projekt umfasst die Modernisierung und Erweiterung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur im Großraum Zagreb und Glavničica. Geplant sind unter anderem der Bau und die Sanierung von Wasserleitungen und Kanälen, neue Pumpwerke sowie die Erweiterung der Kläranlage auf die dritte Reinigungsstufe. Während die Stadt die Projektkosten bislang mit 323 Millionen Euro bezifferte, weisen aktuelle Unterlagen der Zagreber Wasserwerke "Vodoopskrba i odvodnja" auf deutlich höhere Investitionskosten von bis zu 502 Millionen Euro inklusive Reserven für unvorhergesehene Ausgaben hin. Entsprechend bleibt auch unklar, in welchem Umfang eine Förderung durch die Europäische Union (EU) tatsächlich erfolgen wird. Zusätzlich verzögert sich die Projektvorbereitung. Ein zentraler Vertrag zur Erstellung der Planungs- und Ausschreibungsunterlagen wurde bis Ende Juni 2026 verlängert, zugleich sind die Kosten hierfür um rund 25 Prozent gestiegen. Damit hängt der tatsächliche Projektstart weiterhin von mehreren noch ausstehenden administrativen Schritten ab. Dazu zählen insbesondere die endgültige Förderzusage der EU, der Abschluss der technischen Dokumentation sowie die Vorbereitung und Durchführung der Vergabeverfahren. Trotz seiner hohen Priorität befindet sich das Projekt somit weiterhin in einer Vorbereitungsphase.

Zagreb / Kroatien

Konferenz für grüne Transition und nachhaltige Entwicklung in Zagreb

Vom 1. bis 3. Juni findet in den Räumlichkeiten des Kroatischen Nationaltheaters die sechste Ausgabe von "Greencajt" statt, der größten regionalen Konferenz für grüne Transition und nachhaltige Entwicklung. Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Zagreber Bürgermeister Tomislav Tomašević (M – Wir können's!) und Greencajt-Direktor Vinko Filipić. In seiner Eröffnungsrede betonte der Zagreber Bürgermeister, dass mehr in die energetische Eigenständigkeit investiert werden müsse, da dies für die Stärkung der nationalen Souveränität von großer Bedeutung ist. Er wies außerdem darauf hin, dass Investitionen in erneuerbare Energiequellen sowie in die Energieeffizienz besonders wichtig ist. Auch heuer bringt die Konferenz führende kroatische und internationale Expert*innen, Entscheidungsträger*innen, Institutionen und Unternehmen unter dem Motto "Good for Business. Good for People. Good for Planet" zusammen. Die Vorträge und Podiumsdiskussionen widmen sich Themen, die zunehmend Einfluss auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung haben – Künstliche Intelligenz (KI), grüne Transition, nachhaltiges Wirtschaften sowie die Zukunft der Lebensmittelproduktion, der Energiewirtschaft und der globalen Wettbewerbsfähigkeit. Mehr als 70 Redner*innen nehmen an der Konferenz teil, was die Bedeutung dieser Veranstaltung unterstreicht. Während der Konferenz treffen Geschäftsinitiativen, Technologien und Innovationen aufeinander, deren gemeinsames Ziel ein nachhaltiges Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung sind.

Zagreb / Kroatien

Neues Maßnahmenpaket zur Inflationsbekämpfung in Kroatien

Die kroatische Regierung hat am 29. Mai 2026 ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und eine Senkung der Inflation abzielt. Das Paket umfasst drei zentrale Elemente – strengere Haushaltsdisziplin, administrative Preismaßnahmen und Änderungen im Steuersystem. Finanzminister Tomislav Ćorić (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft) begründete den Schritt mit der weiterhin hohen wirtschaftlichen Aktivität in Kroatien. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre habe die Binnennachfrage erhöht und mache die Wirtschaft anfälliger für Preis- und Energieschocks. Die Regierung will daher das Wachstum staatlicher Ausgaben bremsen, bestimmte administrative Preise vorerst einfrieren und über steuerliche Änderungen einzelne Bereiche mit hoher Nachfrage stärker erfassen. Dazu zählen unter anderem Anpassungen bei Pauschalbesteuerung, Tourismus und überhöhten Gewinnmargen. Gleichzeitig sollen Energiepreisstützungen und Preisbegrenzungen für ausgewählte Produkte fortgesetzt werden. Die Maßnahmen markieren damit eine Verschiebung. Im Vordergrund steht nicht mehr nur die soziale Abfederung steigender Preise, sondern auch der Versuch, binnenwirtschaftliche Inflationsursachen zu begrenzen. Allerdings weist das kroatische Statistikamt darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Dynamik bereits abgeschwächt hat. Das Wachstum lag im ersten Quartal bei 2,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2020.

Zagreb / Kroatien

EU-Projekt stärkt Klimaresilienz im Zagreber Maksimir-Park

Im Rahmen des EU-Projekts "Restoriver" hat die Stadt Zagreb die Wasserrückhalte-Kapazität des Maksimir-Parks erhöht, um die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken. Die umgesetzten Maßnahmen basieren auf natürlichen Lösungen. Im Zuge der Pilotaktivitäten wurden kleine Eingriffe vorgenommen, die eine natürliche Wasserrückhaltung im Park ermöglichen. Dadurch sollen das Risiko von urbanen Überschwemmungen verringert und die Wasserverfügbarkeit während Trockenperioden verbessert werden. Dies reduziert die Belastung des Entwässerungssystems, erhöht die Wasserverfügbarkeit in Dürrezeiten und schafft bessere Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Eingriffe wurden an die örtlichen Gegebenheiten angepasst, um die Bäume und Waldflächen sowie die kulturhistorischen Werte des geschützten Gebiets des Parks zu bewahren. Ein Teil der Rohrleitungen und Ventile wurde saniert, wodurch eine ausreichende Wasserzufuhr zum Dritten Maksimir-See und zum Bach Maksimirec wiederhergestellt werden konnte. Der Bach wird im Sommer künftig nicht mehr austrocknen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Wasserabfluss durch den Park nach dem Prinzip "Slow the Flow" zu reduzieren. Die öffentliche Einrichtung "Priroda Grada Zagreba" ("Natur der Stadt Zagreb") ist einer von 15 Partner*innen des Projekts "Restoriver", das aus dem "Interreg Danube Region Programme" finanziert wird und vom 1. Jänner 2024 bis zum 30. Juni 2026 läuft.

Zagreb / Kroatien

Robotaxi-Vorzeigeprojekt endet mit Rückzahlung von kroatischen Fördermitteln

Das kroatische Robotaxi-Projekt des Unternehmers Mate Rimac steht vor einem politischen und finanziellen Wendepunkt. Nach Medienberichten will sein Unternehmen Verne rund 89 Millionen Euro aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan zurückzahlen und zugleich auf weitere Fördermittel aus dem ursprünglich mit 179 Millionen Euro dotierten Projekt verzichten. Das Vorhaben galt lange als politisches Prestigeprojekt: Premierminister Andrej Plenković (HDZ - Kroatische DEmokratische Gemeinschaft) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchten das Unternehmen und verschafften dem Projekt zusätzliche öffentliche Sichtbarkeit. Kürzlich hat Verne mit dem chinesischen Partner Pony.ai einen Robotaxi-Dienst in Zagreb gestartet, der jedoch nicht Teil des EU-geförderten Projekts ist. Politisch heikel ist vor allem die zeitliche Abfolge. Laut Medieninformationen wurde dem Projekt im März beziehungsweise April eine Fristverlängerung bis 31. August 2026 gewährt, obwohl die Regierung bereits über den geplanten Rückzug informiert gewesen sein könnte. Damit stellt sich die Frage, ob Öffentlichkeit und EU-Institutionen über den tatsächlichen Stand des Projekts ausreichend informiert wurden. Zusätzlichen Druck erzeugt das technische Konzept des ursprünglichen Vorhabens. Geplant waren vollständig fahrerlose Fahrzeuge. Diese Technologie gilt jedoch weiterhin als nicht marktreif und ist im regulären Straßenverkehr nirgendwo in kommerzieller Form im Einsatz.

Zagreb / Kroatien

KI-gestützte Ampeln sollen den Verkehr in Zagreb entlasten

​Die Stadt Zagreb modernisiert ihr Verkehrsmanagement und investiert rund eine Million Euro in ein neues intelligentes Ampelsystem mit Künstlicher Intelligenz (KI). An zwölf stark frequentierten Kreuzungen werden dafür moderne Sensoren und Kameras installiert, die den Verkehr in Echtzeit analysieren und die Ampelschaltungen automatisch anpassen sollen. Mithilfe von KI-gestützter Videoanalyse können die Ampeln flexibel auf aktuelle Verkehrssituationen reagieren – statt wie bisher nach fixen Zeitintervallen zu arbeiten.​ Das neue System erkennt nicht nur Fahrzeuge, sondern analysiert auch Verkehrsfluss, Wartezeiten, Geschwindigkeit sowie die Bewegungen von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen.  Besondere Priorität erhalten künftig Busse des öffentlichen Verkehrs sowie Einsatzfahrzeuge. Das System kann diese anhand ihrer Kennzeichen identifizieren und ihnen automatisch Vorrang an Kreuzungen geben. Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern, Staus zu verringern und Fahrzeiten zuverlässiger zu machen. Zusätzlich sollen die Kameras auch bei der Überwachung von Falschparker*innen helfen. Die Technologie ermöglicht das Schwenken, Zoomen und gezielte Erfassen von Fahrzeugen im Kreuzungsbereich. Alle Daten werden in einer zentralen Verkehrsleitstelle zusammengeführt, wo sie in Echtzeit ausgewertet werden. Die Stadt verspricht sich davon langfristig eine effizientere Verkehrsplanung und eine bessere Anpassung an unterschiedliche Verkehrssituationen – etwa während der Hauptverkehrszeiten, an Wochenenden oder in der Tourismussaison.​

Zagreb / Kroatien

Pferderennbahn‑Affäre belastet Stadtpolitik in Zagreb

Die sogenannte "Affäre Pferderennbahn" entwickelt sich zu einem der schwerwiegendsten Korruptionsfälle im Umfeld der Zagreber Stadtverwaltung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen durch fingierte Abrechnungen für Sicherheitsdienstleistungen auf dem Gelände der Pferderennbahn rund 1,8 Millionen Euro aus der städtischen Einrichtung zur Verwaltung der Sportstätten (USO) abgezweigt worden sein. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der ehemalige USO-Direktor Kosta Kostanjević, dem vorgeworfen wird, in Absprache mit den Eigentümer*innen der Sicherheitsfirma Eurolex fiktive Rechnungen genehmigt zu haben. Den Ermittlungen zufolge sollen rund 450.000 Euro direkt an Kostanjević geflossen sein, während etwa 1,35 Millionen Euro bei der Sicherheitsfirma geblieben sein sollen Die Geschäftsführung hat sich bereits schuldig bekannt. Zusätzlich wird dem Vorsitzenden des USO-Verwaltungsrats, Goran Đulić (M – Wir können's!), vorgeworfen, Kostanjevićs Nachfolgerin, Jagoda Bončina Franjković, angewiesen zu haben, Belastungszeug*innen innerhalb der städtischen Einrichtung zu schikanieren und zu degradieren. Auch sie hat ein Schuldbekenntnis abgelegt. Da Zagrebs Bürgermeister Tomislav Tomašević (M) das Verfahren als politisch motiviert einstuft, hat die Stadt davon abgesehen, einen Schadenersatzantrag zu stellen. Dies hat zur Folge, dass die 1,35 Millionen Euro, welche die Sicherheitsfirma im Zuge ihres Schuldbekenntnisses zurückzahlen muss, nicht in das Stadtbudget, sondern in den Staatshaushalt fließen werden. Die Stadt beabsichtigt nun, diese Summe in einem Zivilverfahren vom Staat zurückzufordern – ein Vorgehen, das mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist und dessen Erfolg ungewiss bleibt. Kritiker*innen werfen dem Bürgermeister vor, aus politischen Gründen auf den Schadenersatzantrag verzichtet zu haben, da eine solche Klage indirekt ein Eingeständnis bedeuten würde, dass auch seine Partei in die fragwürdigen Vorgänge verwickelt ist.​

Zagreb / Kroatien

Fahndung nach flüchtigem Ex-Skiverbandspräsidenten aus Kroatien

Kroatiens Skiverband steht im Fokus umfangreicher Finanzermittlungen seitens der Antikorruptionsbehörde USKOK gegen den langjährigen Alpin-Direktor Vedran Pavlek und weitere Beteiligte. Nach bisherigen Erkenntnissen soll über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren ein System aufgebaut worden sein, über das mittels fiktiver Verträge, Vermittlungsleistungen und ein Unternehmensnetzwerk im In- und Ausland Gelder aus dem Verband abgeflossen sein sollen. Die mutmaßlich betroffenen Beträge belaufen sich auf mindestens 30 Millionen Euro und sollen unter anderem Marketingdienstleistungen, Organisation von Wettbewerben sowie Beratungsverträge betreffen. Auslöser der Ermittlungen war die Festnahme des Pressesprechers des Skiverbandes, Nenad Eror, der nach den Olympischen Winterspielen in Italien an der Grenze mit mehr als 100.000 Euro Bargeld aufgegriffen wurde. Kurz nach seiner Festnahme trat Pavlek nach über 25 Jahren im Amt zurück und reiste ins Ausland. Berichten zufolge hält er sich derzeit in Istanbul auf, wo er unter polizeilicher Aufsicht steht, jedoch nicht verhaftet wurde. Pavlek bestreitet die Vorwürfe. Die kroatische Staatsanwaltschaft hat einen europäischen Haftbefehl beantragt und die Behörden prüfen unter anderem den Verdacht auf Amtsmissbrauch, Dokumentenfälschung und Geldwäsche. Der Ausgang des Verfahrens könnte langfristige Auswirkungen auf Governance und Finanzierung des Skisports in Kroatien haben.

Zagreb / Kroatien

Stadt Zagreb beteiligt sich an Sanierung des Basketballtraditionsclubs Cibona

Der Basketballklub Cibona hat ein Verfahren zur Umwandlung vom Vereinsmodell in eine Sport-AG eingeleitet, um die seit 2010 anhaltende finanzielle Krise strukturell zu bewältigen. Der Traditionsklub, der in den 1980-er Jahren zwei Mal in Folge den Europäischen Pokal der Landesmeister gewann, ist bereits seit mehr als einem Jahrzehnt mit hohen Schulden, Liquiditätsproblemen und organisatorischer Instabilität konfrontiert. Jetzt soll endlich eine dauerhafte Lösung gefunden werden. Vorgesehen ist die Umwandlung eines Teils der Forderungen von Gläubiger*innen in Eigentumsanteile sowie die Aufnahme neuen Kapitals, wodurch die Schuldenlast reduziert und die langfristige Handlungsfähigkeit gestärkt werden soll. Nach Medienberichten könnte der kanadische Bankier kroatischer Abstammung Viktor G. Dodig als strategischer Investor eine Mehrheitsbeteiligung übernehmen. Die Stadt Zagreb soll sich durch die Umwandlung bestehender Forderungen am Prozess beteiligen, jedoch keine kontrollierende Eigentümer*innenrolle einnehmen. Ein entsprechender Beschluss soll bei der Sitzung des Zagreber Gemeinderates am 26. März 2026 verabschiedet werden. Der Gesamtwert des Umwandlungsverfahrens wird auf mehr als sechs Millionen Euro geschätzt. Die Neustrukturierung wird als entscheidender Schritt zur finanziellen Konsolidierung und Professionalisierung der Klubführung gesehen, nachdem sportliche Erfolge in den vergangenen Jahren zunehmend von wirtschaftlichen Schwierigkeiten überschattet wurden.

Zagreb / Kroatien

Grünes Licht für Zagrebs neues Abfallwirtschaftszentrum

Zagreb ist dem Bau des geplanten Zentrums für Abfallwirtschaft (ZCGO) im südöstlichen Stadtteil Resnik einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Das Umweltministerium hat die Umweltverträglichkeitsstudie positiv bewertet und die Umweltverträglichkeit des Projekts bestätigt. Damit kann die Stadt nun die Standortgenehmigung beim zuständigen Bauministerium beantragen. Nach Erteilung der Genehmigung soll das Vergabeverfahren für Bau und Planung eingeleitet werden. Der Baustart wird für Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres erwartet. Das moderne Abfallzentrum entsteht nahe der bestehenden Kläranlage in einem im Raumplan vorgesehenen Gebiet. Mit dem Projekt sollen die Voraussetzungen für die endgültige Schließung der Deponie Jakuševec geschaffen und die langjährige Abhängigkeit von privaten Entsorgungsunternehmen beendet werden. Während der 45-tägigen öffentlichen Begutachtung gingen 79 Stellungnahmen mit insgesamt 862 Anmerkungen ein, die geprüft und in den Abschlussbericht aufgenommen wurden. Die derzeitige Leiterin des städtischen Amtes für Wirtschaft, nachhaltige Entwicklung und strategische Planung, Ana Pavičić Kaselj, soll am 17. April 2026 ihr Amt als neue Direktorin der städtischen Gesellschaft "Zagrebački centar za gospodarenje otpadom" (Zagreber Zentrum für Abfallwirtschaft) antreten und die Umsetzung des Projekts künftig leiten. Ziel ist ein nachhaltiges Abfallmanagement nach nationalen und europäischen Standards, einschließlich Recyclinghöfen und Zentren für Wiederverwendung.

Zagreb / Kroatien

Politische Kontroverse um Empfang der kroatischen Handballer

​Kroatien gewann bei der Handball-Europameisterschaft am 1. Februar 2026 in einem dramatischen Spiel um Platz drei gegen Island mit 34:33 die Bronzemedaille. Der sportliche Erfolg geriet jedoch rasch in den Hintergrund, nachdem der geplante Empfang in Zagreb zu einem politischen Konflikt wurde. Für Montag, den 2. Februar 2026, war ein offizieller Empfang am Ban-Jelačić-Platz vorgesehen, der jedoch vom Zagreber Bürgermeister Tomislav Tomašević (M – Wir können’s!) kurzfristig abgesagt wurde. Auslöser war die Forderung der Nationalmannschaft, dass der umstrittene Rocksänger Marko Perković Thompson auftreten solle. Der Zagreber Gemeinderat hatte Thompson Ende 2025 zur "Persona non grata" erklärt – bemerkenswerterweise nach mehreren Konzerten in städtischen Locations, darunter ein Großkonzert mit über 400.000 Besucher*innen und dem Empfang der kroatischen Handballer nach dem WM-Silber 2025. Daraufhin übernahm die kroatische Regierung die Organisation der Veranstaltung und berief sich auf das Regierungs- und Versammlungsgesetz. Vertreter*innen der linken Opposition bezeichneten die Vorgänge als Staatsstreich. Kritiker*innen verwiesen jedoch darauf, dass auch die Sozialdemokratische Partei (SDP) während ihrer Regierungszeit vergleichbare Instrumente nutzte, um Entscheidungen oppositioneller Bürgermeister zu umgehen.​ Statt einer gemeinsamen Feier wurde der Empfang zu einem Symbol politischer Polarisierung. Analytiker*innen befürchten bereits, dass dieser Streit den Startschuss des inoffiziellen Parlamentswahlkampfs für die Wahlen 2028 darstellt.

Zagreb / Kroatien

Arbeitstreffen der Europäischen Volkspartei in Zagreb

​Die Europäische Volkspartei (EVP) hielt am 30. und 31. Jänner 2026 ein hochrangiges Arbeitstreffen in Zagreb ab. An dem Treffen nahmen führende Vertreter*innen der EVP teil wie Parteichef Manfred Weber, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie mehrere Regierungs- und Ministerpräsident*innen aus dem EVP-Spektrum, darunter der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Gastgeber war der kroatische Premierminister Andrej Plenković (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft), zugleich einer der profiliertesten EVP-Vertreter*innen in Südosteuropa. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die sicherheitspolitische Lage in Europa, die weitere Unterstützung der Ukraine, Fragen der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit sowie strategische Weichenstellungen im Hinblick auf kommende EU-Wahlzyklen. Zudem wurden Migration, der Schutz der EU-Außengrenzen und institutionelle Reformen der Union thematisiert. Am Rande des Treffens kam es zu bilateralen Gesprächen zwischen EVP-Spitzen und Mitgliedern der kroatischen Regierung. Die Wahl Zagrebs als Tagungsort wurde parteiintern als politisches Signal interpretiert, dass Kroatiens Rolle als stabiler und verlässlicher Partner innerhalb der EVP-Familie unterstreichen soll. Das Treffen verlief ohne öffentliche Kontroversen und diente primär der internen strategischen Koordination.

Zagreb / Kroatien

KI-Gesundheitsassistent in Kroatien

Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit und das Gesundheitsministerium haben einen KI-basierten digitalen Gesundheitsassistenten entwickelt, dessen Ziel es ist, die Gesundheitskompetenz der Bürger*innen zu verbessern und ihnen einen leichteren Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen zu ermöglichen. Der KI-Assistent heißt ZdrAVKO. Dabei handelt es sich um ein Wortspiel aus Arzt und Gesundheit, wobei ZdrAVKO zugleich auch ein kroatischer Vorname ist. Die sinngemäß nächstliegende deutsche Übersetzung wäre "der Gesunde". ZdrAVKO wird den Bürger*innen rund um die Uhr über WhatsApp zur Verfügung stehen. Er bietet zuverlässige Informationen aus dem Bereich der Prävention – einschließlich Angaben zu Vorsorgeuntersuchungen, nationalen Programmen zur Früherkennung von Krankheiten sowie zu weiteren Themen, die für den Erhalt und die Förderung der Gesundheit von Bedeutung sind. Ziel ist es, die Bevölkerung zu informieren und ihr korrekte Informationen bereitzustellen, um langfristig Veränderungen der Lebensgewohnheiten und Einstellungen zu bewirken. Mithilfe künstlicher Intelligenz versteht ZdrAVKO die Fragen der Nutzer*innen und liefert auf Basis einer Datenbank sowie der ihm zur Verfügung stehenden Informationen konkrete Antworten. Er stellt jedoch keine Diagnosen, empfiehlt keine Therapien oder Ähnliches. Er basiert nicht auf ChatGPT. Falls er eine Frage nicht beantworten kann, verweist er die Nutzer*innen an eine entsprechende E-Mail-Adresse. Die bereitgestellten Informationen sind wissenschaftlich fundiert und fachlich abgesichert, es gibt keine automatischen Antworten, versichern die Entwickler*innen. Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit wird diesen digitalen Assistenten betreuen, das Interesse der Nutzer*innen verfolgen und die Datenbank entsprechend den Bedürfnissen kontinuierlich ergänzen.

Zagreb / Kroatien

Debatte um neue Skulptur im Zentrum Zagrebs

Das Denkmal des Erfinders und Pioniers des elektrischen Zeitalters, Nikola Tesla, ein Werk des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrović, wird noch in diesem Jahr von der Masarykova-Straße im Zagreber Stadtzentrum an seinen ursprünglichen Standort vor dem Forschungsinstitut Ruđer Bošković zurückkehren. Dort soll es wieder gemeinsam mit der ebenfalls von Meštrović geschaffenen Skulptur des bedeutsamen kroatischen Wissenschaftlers Ruđer Bošković stehen – so, wie es der Künstler selbst vorgesehen hatte. Das Denkmal war 2006 anlässlich des 150. Geburtstags Teslas aus dem Institutspark ins Zentrum verlegt worden. Diese Entscheidung wurde damals politisch motiviert getroffen und stieß bei Wissenschaftler*innen, Kunsthistoriker*innen und Teilen der Öffentlichkeit auf Kritik. Über Jahre forderte das Institut die Rückkehr des Kunstwerks, auch mit Verweis auf den Willen Meštrovićs, der beide Skulpturen als zusammengehöriges Paar entworfen hatte. Kunstexpert*innen begrüßen die geplante Rückführung als "Korrektur einer Ungerechtigkeit" und als Wiederherstellung der künstlerischen Würde des Denkmals, das im Institutspark auf einem höheren Sockel und in einem passenden räumlichen Kontext stand. Derzeit laufen die formalen Verfahren zur Genehmigung der Versetzung. Gleichzeitig entfacht der bevorstehende Abzug Teslas aus der Masarykova-Straße eine neue Diskussion: Was soll den prominenten Platz künftig prägen? Vorgeschlagen werden sowohl zeitgenössische Kunstwerke als auch humorvolle, niederschwellige Skulpturen mit starkem Identifikationspotenzial für die Stadt. Andere Stimmen bedauern den Verlust des Denkmals im Zentrum und warnen vor einer weiteren Verarmung des urbanen Lebensraums. Die Stadt steht nun vor der Aufgabe, für die zentrale Fußgänger*innenzone eine neue, qualitätsvolle Lösung für öffentliche Kunst zu finden.