Bosnien verliert wertvolle Ressourcen durch unzureichende Abfallverwertung

17.10.2026

Bosnien-Herzegowina produziert jährlich über eine Million Tonnen Siedlungsabfall. Der Großteil landet auf Deponien und wertvolle Rohstoffe gehen verloren. Unzureichende Mülltrennung, begrenzte Verarbeitungskapazitäten und die mangelhafte Umsetzung strategischer Maßnahmen bremsen den Übergang zu einer nachhaltigen Abfallwirtschaft aus. Laut Statistik wurden 2024 rund 1,12 Millionen Tonnen Siedlungsabfall erzeugt, durchschnittlich 329 Kilogramm pro Einwohner*in. Im Teilland Föderation landeten rund 85 Prozent des Siedlungsabfalls auf Deponien. Fachleute sehen großes Potenzial bei der Wiederverwertung von Papier, Karton, Metallen, Glas und Kunststoffen. Ein Beispiel ist Natron-Hayat, ein Papier- und Kartonhersteller in Maglaj im Norden Bosnien-Herzegowinas, der Altpapier und Karton als Sekundärrohstoffe für die Produktion von Papier- und Verpackungsmaterialien nutzt. Auch Holzreste aus der Produktion werden zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt. Eine bessere Abfalltrennung und -verwertung könnte sowohl Umweltbelastungen verringern als auch die heimische Wirtschaft stärken.

Quelle: Faktor.ba, Sarajevo